a small brown and white dog on a leash

Hund zieht an der Leine: Ursachen und praktische Übungen

Kaum geht die Haustür auf, möchte Mira am liebsten alles gleichzeitig entdecken. Susanne kennt das Problem mit der straffen Hundeleine und erklärt, warum Hunde beim Spaziergang ziehen, welche Fehler wir Menschen häufig machen und wie sich lockere Leinenführigkeit mit Geduld, passenden Belohnungen und einfachen Übungen trainieren lässt.

Susanne Klatten

a close up of a dog on a leash
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Hund zieht an der Leine: Ursachen und praktische Übungen

Es gibt Spaziergänge, bei denen ich mich frage, ob Mira und ich eigentlich dieselbe Route geplant haben.

Ich denke an eine gemütliche Runde durch den Park. Ein bisschen frische Luft, vielleicht ein kurzer Plausch mit anderen Hundebesitzern und anschließend entspannt nach Hause.

Mira dagegen scheint manchmal einen deutlich ambitionierteren Zeitplan zu verfolgen.

Kaum öffne ich die Haustür, geht es los.

Zuerst Richtung Hecke. Dann plötzlich nach links. Anschließend entdeckt unsere Mischlingshündin einen Geruch, der offenbar so interessant ist, dass wir dafür unbedingt die Straßenseite wechseln müssten.

Ich halte die Leine fest.

Mira zieht.

Ich bleibe stehen.

Mira dreht sich kurz zu mir um, als wollte sie fragen, ob ich gesundheitlich noch in der Lage sei, den Spaziergang fortzusetzen.

Dann geht es weiter.

Für ungefähr vier Meter.

Bis zur nächsten spannenden Stelle.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass Mira einen gemütlichen Spaziergang für eine völlig überbewertete menschliche Erfindung hält.

Und ehrlich gesagt kann ich sie ein bisschen verstehen. Schließlich ist die Welt für Hunde voller Gerüche und Entdeckungen, die uns vollkommen verborgen bleiben.

Trotzdem habe ich mich irgendwann gefragt: Warum zieht mein Hund eigentlich so an der Leine? Und wie kann ich Mira beibringen, etwas entspannter mit mir spazieren zu gehen?

Denn so schön unsere gemeinsamen Runden auch sind: Dauerhaftes Ziehen macht weder dem Hund noch dem Menschen besonders viel Freude.

Die gute Nachricht ist, dass lockere Leinenführigkeit trainierbar ist.

Allerdings habe ich dabei eine wichtige Sache gelernt: Wir müssen zunächst verstehen, warum unser Hund zieht, bevor wir sinnvoll daran arbeiten können.

>> Lies hier den Blogbeitrag, wenn dein Hund an der Leine beißt

Warum zieht mein Hund an der Leine? Die kurze Antwort

Hunde ziehen häufig an der Leine, weil sie schneller laufen möchten, spannende Gerüche entdecken oder gelernt haben, dass sie durch Ziehen ans Ziel kommen.

Andere Hunde ziehen aus Aufregung, Frust oder Unsicherheit.

Und manchmal wurde ihnen schlicht noch nie verständlich beigebracht, was wir Menschen eigentlich unter einer lockeren Leine verstehen.

Die Tierschutzorganisationen Dogs Trust und PDSA erklären, dass Leinenziehen ein verbreitetes Verhalten ist und sich mit Geduld sowie belohnungsbasiertem Training verändern lässt.¹ ²

Die sieben wichtigsten Ursachen sind:

  1. Dein Hund möchte schneller laufen und seine Umgebung erkunden.

  2. Er hat gelernt, dass Ziehen zum Erfolg führt.

  3. Er hat die Leinenführigkeit noch nicht ausreichend gelernt.

  4. Er ist vor dem Spaziergang besonders aufgeregt.

  5. Andere Hunde, Menschen oder Tiere lenken ihn ab.

  6. Er fühlt sich unsicher oder möchte Abstand gewinnen.

  7. Seine Ausrüstung ist unbequem oder es liegen körperliche Beschwerden vor.

Das Entscheidende ist: Ein Hund, der zieht, versucht nicht automatisch, dich zu ärgern oder die Führung zu übernehmen.

Sehr oft macht er einfach das, was aus seiner Sicht gerade am sinnvollsten ist.

Und manchmal haben wir ihm unbewusst sogar beigebracht, dass das wunderbar funktioniert.

1. Dein Hund möchte schneller laufen und die Welt entdecken

Fangen wir mit einem ganz einfachen Grund an.

Hunde und Menschen haben nicht unbedingt dasselbe natürliche Lauftempo.

Viele Hunde bewegen sich gern schneller als wir. Außerdem möchten sie immer wieder stehen bleiben, schnüffeln, die Richtung wechseln oder etwas genauer untersuchen.

Battersea Dogs & Cats Home erklärt, dass gerade diese Unterschiede im Bewegungsverhalten das Gehen an lockerer Leine schwierig machen können.³

Ich merke das bei Mira besonders dann, wenn wir in einer neuen Umgebung unterwegs sind.

Während ich noch die Landschaft bewundere, ist sie gedanklich längst drei Gerüche weiter.

Und natürlich wäre es aus ihrer Sicht ausgesprochen praktisch, wenn ich mich ihrem Tempo anpassen würde.

Warum ist Schnüffeln für Hunde so wichtig?

Hunde erkunden ihre Umwelt zu einem großen Teil über Gerüche.

Eine Stelle, an der ein anderer Hund vorbeigekommen ist, kann für Mira interessanter sein als die schönste Aussicht.

Wenn wir unsere Hunde beim Spaziergang ständig weiterziehen, obwohl sie gerade schnüffeln möchten, kann das zusätzlichen Frust verursachen.

Die PDSA empfiehlt deshalb ausdrücklich, Hunden auf Spaziergängen ausreichend Gelegenheit zum Schnüffeln und Erkunden zu geben.²

Mein Tipp: Unterscheide zwischen kurzen Trainingsstrecken und entspannten Schnüffelphasen.

Mira darf gern ausgiebig erkunden, solange sie dabei nicht mit voller Kraft in der Leine hängt.

So muss aus einem Spaziergang keine militärisch organisierte Marschübung werden.

2. Dein Hund hat gelernt: Ziehen funktioniert

Dieser Punkt hat mir besonders eingeleuchtet.

Stell dir vor, Mira entdeckt einen interessanten Busch.

Sie möchte unbedingt dorthin.

Also zieht sie.

Ich gehe einen Schritt mit, weil ich gerade nicht darauf vorbereitet war.

Mira erreicht den Busch.

Was hat sie gelernt?

Wenn ich ziehe, komme ich ans Ziel.

Genau dadurch kann sich Leinenziehen immer weiter festigen.

Die RSPCA erklärt, dass Ziehen häufig deshalb bestehen bleibt, weil der Hund damit tatsächlich vorwärtskommt.⁴

Und das ist aus Hundesicht natürlich eine ziemlich überzeugende Erfahrung.

Wenn eine Strategie funktioniert, warum sollte man sie ändern?

Das Problem ist nur, dass ich als Mensch irgendwann das Gefühl bekomme, hauptsächlich aus Arm, Schulter und einer sehr strapazierfähigen Hundeleine zu bestehen.

Warum verstärken wir das Ziehen oft unbewusst?

Weil wir nicht immer Zeit oder Lust haben, bei jedem Zug stehen zu bleiben.

Vielleicht müssen wir zur Arbeit.

Vielleicht regnet es.

Oder wir möchten einfach nur schnell um den Block.

Also gehen wir trotz gespannter Leine weiter.

Aus menschlicher Sicht verständlich.

Für den Hund aber möglicherweise eine klare Bestätigung: Ziehen lohnt sich weiterhin.

Die wichtigste Trainingsregel lautet deshalb: Eine lockere Leine ermöglicht das Weitergehen. Eine gespannte Leine führt nicht zum gewünschten Ziel.

Das bedeutet nicht, dass du deinen Hund zurückreißen sollst.

Ganz im Gegenteil.

Du stoppst ruhig, wartest auf eine lockere Leine und setzt den Spaziergang dann fort.¹ ⁴

3. Dein Hund weiß noch nicht, was Leinenführigkeit bedeutet

Wir Menschen machen beim Hundetraining manchmal einen interessanten Denkfehler.

Wir erwarten, dass unser Hund etwas kann, obwohl wir ihm nie wirklich erklärt haben, was wir möchten.

„Mira, jetzt geh doch mal ordentlich!“

Klingt für mich vollkommen verständlich.

Für Mira vermutlich eher nicht.

Denn was bedeutet „ordentlich gehen“ aus Hundesicht?

Direkt neben mir?

Zwei Meter vor mir?

Langsam?

Schnell?

Mit möglichst wenig Schnüffeln?

Oder einfach nicht im Zickzack?

Hunde müssen lockere Leinenführigkeit erst lernen.

Und selbst wenn es zu Hause oder im Garten wunderbar klappt, bedeutet das noch lange nicht, dass es auf einer belebten Straße genauso funktioniert.

Dogs Trust empfiehlt deshalb, das Training zunächst an einem ruhigen Ort aufzubauen und die Ablenkung schrittweise zu steigern.¹

Leinenführigkeit ist nicht dasselbe wie „Bei Fuß“

Das finde ich besonders wichtig.

Ein Hund, der an lockerer Leine läuft, muss nicht ständig direkt an deinem Bein kleben.

Er darf sich innerhalb der verfügbaren Leinenlänge bewegen.

Er darf schnüffeln.

Er darf die Umgebung erkunden.

Solange die Leine locker bleibt und ihr euch gemeinsam sicher fortbewegen könnt, ist das bereits eine schöne Grundlage.

Das strenge Laufen direkt am Bein ist dagegen eine eigene Übung, die in bestimmten Situationen hilfreich sein kann.

Für den normalen Alltag möchte ich mit Mira aber keinen ständigen Gehorsamswettbewerb veranstalten.

Ich möchte einen angenehmen Spaziergang.

Und zwar für uns beide.

4. Dein Hund ist beim Gassigehen besonders aufgeregt

Kennst du Hunde, die schon beim Anblick der Leine völlig aus dem Häuschen geraten?

Sie springen herum.

Laufen zur Tür.

Drehen sich im Kreis.

Und sobald die Haustür aufgeht, starten sie, als würde gerade ein besonders wichtiges Rennen beginnen.

Auch Mira kann manchmal eine beeindruckende Begeisterung entwickeln, wenn sich ein Spaziergang ankündigt.

Und ich finde das grundsätzlich schön.

Schließlich soll sie sich auf unsere gemeinsame Zeit freuen.

Allerdings kann ein Hund, der bereits völlig aufgedreht aus der Wohnung kommt, Schwierigkeiten haben, draußen ruhig und konzentriert zu laufen.

Die PDSA empfiehlt daher, schon vor dem Spaziergang auf einen möglichst entspannten Start zu achten.²

So beginnt euer Spaziergang ruhiger

Versuche, das Anleinen selbst zu einem entspannten Ritual zu machen.

Lege Leine und Geschirr bereit.

Belohne ruhiges Verhalten.

Warte, bis dein Hund einigermaßen ansprechbar ist.

Und gehe möglichst nicht genau in dem Moment hinaus, in dem er sich vor Aufregung kaum noch halten kann.

Dabei solltest du keine völlige Bewegungslosigkeit verlangen.

Es geht lediglich darum, die Erregung nicht unnötig weiter zu steigern.

Bei Mira merke ich, dass ich selbst einen großen Einfluss auf die Stimmung habe.

Wenn ich hektisch meine Schuhe suche, gleichzeitig nach dem Schlüssel greife und schließlich in Eile die Tür öffne, beginnt unser Spaziergang selten besonders gelassen.

Vielleicht muss also nicht immer nur der Hund etwas lernen.

5. Dein Hund zieht zu anderen Hunden, Menschen oder Tieren

Manche Hunde laufen auf einer ruhigen Straße wunderbar an lockerer Leine.

Bis ein anderer Hund auftaucht.

Plötzlich ist sämtliche Gelassenheit verschwunden.

Der Hund zieht nach vorne.

Manchmal springt er sogar in die Leine.

Vielleicht bellt er.

Und als Mensch fragt man sich, warum das eben noch so gut funktionierende Training plötzlich nicht mehr zu existieren scheint.

Die Erklärung kann ganz unterschiedlich sein.

Vielleicht möchte dein Hund unbedingt Kontakt aufnehmen.

Vielleicht ist er frustriert, weil er nicht hinlaufen darf.

Vielleicht reagiert er auf bewegte Reize, beispielsweise Fahrräder oder Wildtiere.

Dogs Trust beschreibt, dass Frustration an der Leine dazu führen kann, dass Hunde besonders stark auf andere Tiere oder Bewegungen reagieren.⁵

Was hilft, wenn mein Hund zu anderen Hunden zieht?

Vor allem ausreichend Abstand.

Wenn Mira einen anderen Hund entdeckt und sich bereits sehr aufregt, ist es meistens zu spät für eine besonders anspruchsvolle Trainingsübung.

Dann ist die Situation für sie vielleicht einfach zu schwierig.

Hilfreicher ist es, frühzeitig zu reagieren.

Vergrößere den Abstand.

Wechsle gegebenenfalls die Straßenseite.

Belohne deinen Hund, wenn er den anderen Hund wahrnimmt und trotzdem noch ruhig bleiben oder sich dir zuwenden kann.

Wichtig ist, nicht jede Begegnung zu einer direkten Hundebegrüßung werden zu lassen.

Dein Hund darf lernen, dass er andere Hunde sehen kann, ohne sofort zu ihnen hinzumüssen.

Bei starkem Bellen, Drohen oder panischem Verhalten reicht normales Leinenführigkeitstraining häufig nicht aus. Dann ist ein individuell angepasstes Training mit qualifizierter Unterstützung sinnvoll.

6. Dein Hund zieht aus Angst oder Unsicherheit

Nicht jeder Hund zieht nach vorne, weil er etwas Tolles entdecken möchte.

Manche ziehen, weil sie möglichst schnell aus einer Situation herauswollen.

Vielleicht ist eine Straße sehr laut.

Vielleicht nähert sich ein fremder Hund.

Oder ein unbekanntes Geräusch hat deinen Vierbeiner erschreckt.

Auch die RSPCA weist darauf hin, dass Hunde an der Leine ziehen können, um Abstand zu etwas zu gewinnen, das ihnen Angst macht.⁴

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Denn einem ängstlichen Hund hilft es wenig, wenn wir einfach stehen bleiben und warten, bis er aufhört zu ziehen, während der bedrohliche Reiz immer näher kommt.

Was tun, wenn mein Hund aus Angst zieht?

Sorge zunächst für mehr Abstand.

Gehe, wenn möglich, in eine ruhigere Richtung.

Biete deinem Hund Orientierung, ohne ihn zu bedrängen.

Und zwinge ihn nicht, direkt an einem Auslöser vorbeizulaufen, vor dem er offensichtlich Angst hat.

Ich finde, wir sollten dabei immer daran denken, dass unser Hund die Situation anders erleben kann als wir.

Für mich ist es vielleicht nur ein lautes Motorrad.

Für Mira könnte es in diesem Moment ein unangenehmer oder erschreckender Reiz sein.

Bei Angst ist Sicherheit wichtiger als eine perfekt lockere Leine.

Das eigentliche Training sollte später in einer Situation stattfinden, die dein Hund gut bewältigen kann.

7. Dein Hund zieht wegen unbequemer Ausrüstung oder körperlicher Beschwerden

Manchmal liegt die Ursache nicht nur im Verhalten.

Ein schlecht sitzendes Geschirr, unangenehmer Druck oder körperliche Beschwerden können beeinflussen, wie sich dein Hund an der Leine bewegt.

Die australische RSPCA betont, wie wichtig sichere und bequeme Ausrüstung für ein tiergerechtes Leinentraining ist.⁶

Wenn Mira ein Geschirr trägt, möchte ich, dass es ihr ausreichend Bewegungsfreiheit lässt und keine unangenehmen Druckstellen verursacht.

Schließlich soll der Spaziergang angenehm sein.

Nicht nur für mich.

Woran erkenne ich, dass die Ausrüstung nicht passt?

Achte beispielsweise darauf, ob:

  • dein Hund sich häufig am Geschirr kratzt,

  • Gurte scheuern oder Druckstellen entstehen,

  • seine Bewegung eingeschränkt wirkt,

  • er das Geschirr plötzlich nicht mehr anziehen möchte,

  • oder er sich ungewöhnlich bewegt.

Ein passendes Geschirr löst das Leinenziehen nicht automatisch.

Es kann aber helfen, den Druck besser zu verteilen und den Hals zu schonen.

Wenn dein Hund plötzlich anders läuft, humpelt oder Schmerzen zeigt, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Hund zieht an der Leine: 6 praktische Übungen für lockere Leinenführigkeit

Jetzt kommen wir zu dem Teil, den ich beim Hundetraining besonders mag.

Dem Ausprobieren.

Nicht theoretisch darüber nachdenken, was Mira alles lernen könnte.

Sondern kleine Übungen finden, die wir tatsächlich in unseren Alltag einbauen können.

Die folgenden Methoden orientieren sich an Empfehlungen von Dogs Trust, PDSA, RSPCA und Battersea.¹ ² ³ ⁴

Wichtig: Beginne an einem ruhigen Ort, verwende belohnungsbasiertes Training und steigere die Schwierigkeit erst, wenn dein Hund die Übung gut bewältigt.

Übung 1: Die ersten Schritte mit lockerer Leine

Diese Übung ist die Grundlage.

Du brauchst dafür nur deinen Hund, eine geeignete Leine, ein bequemes Geschirr und ein paar kleine Leckerlis.

So funktioniert es:

  1. Stelle dich mit deinem Hund an einen ruhigen Ort.

  2. Warte, bis er in deiner Nähe ist und die Leine locker hängt.

  3. Belohne ihn für diesen Moment.

  4. Gehe zwei oder drei Schritte vorwärts.

  5. Bleibt die Leine locker, belohnst du erneut.

  6. Wiederhole die Übung und verlängere die Strecke langsam.

Am Anfang können schon wenige erfolgreiche Schritte ein großer Erfolg sein.

Du musst nicht sofort hundert Meter schaffen.

Bei Mira würde ich lieber mit drei schönen Schritten beginnen als mit zwanzig Metern, bei denen wir beide zunehmend genervt sind.

Mein Tipp: Belohne anfangs häufig. Dein Hund soll verstehen, welches Verhalten sich lohnt.

Übung 2: Die Baum-Methode – stehen bleiben, wenn die Leine spannt

Diese Übung ist ein Klassiker.

Und sie hat einen ziemlich passenden Namen.

Du wirst zum Baum.

Zumindest vorübergehend.

Die Idee dahinter: Dein Hund soll lernen, dass Ziehen ihn nicht automatisch weiterbringt.

So funktioniert es:

  1. Gehe ganz normal mit deinem Hund los.

  2. Sobald sich die Leine spannt, bleibst du ruhig stehen.

  3. Ziehe deinen Hund nicht zurück.

  4. Warte, bis die Leine wieder locker wird.

  5. Belohne die lockere Leine.

  6. Gehe anschließend weiter.

Genau dieses Prinzip empfehlen unter anderem Dogs Trust und PDSA.¹ ²

Am Anfang kann das ziemlich mühsam sein.

Vielleicht bleibst du fünfmal auf zehn Metern stehen.

Vielleicht sogar häufiger.

Ich stelle mir dann immer vor, dass Mira mich etwas irritiert anschaut.

Als wollte sie fragen, ob ich unterwegs plötzlich vergessen habe, wie man läuft.

Aber mit ausreichend Übung kann dein Hund lernen, dass eine lockere Leine der bessere Weg nach vorne ist.

Wichtig: Wenn dein Hund aus Angst zieht oder sich in einer gefährlichen Situation befindet, ist Stehenbleiben nicht die richtige Lösung. Dann geht Sicherheit vor und du schaffst zunächst Abstand.

Übung 3: Richtungswechsel für mehr Aufmerksamkeit

Manche Hunde orientieren sich beim Spaziergang kaum an ihren Menschen.

Sie laufen einfach los und verlassen sich darauf, dass am anderen Ende der Leine schon jemand mitkommt.

Eine Übung mit freundlichen Richtungswechseln kann helfen, die gemeinsame Orientierung zu verbessern.

So geht es:

  1. Beginne an einem ruhigen Ort.

  2. Gehe ein paar Schritte mit deinem Hund.

  3. Kündige einen Richtungswechsel mit einem freundlichen Signal an, beispielsweise „Hier lang“.

  4. Verändere langsam deine Richtung.

  5. Kommt dein Hund mit und bleibt die Leine locker, belohnst du ihn.

  6. Wiederhole die Übung in kurzen Einheiten.

Vermeide dabei plötzliche Wendungen, die deinen Hund mit einem Ruck in der Leine überraschen.

Er soll gern mit dir mitgehen.

Nicht durch die Leine herumgezogen werden.

Battersea empfiehlt ebenfalls, Orientierung und lockeres Mitgehen mit kleinen, belohnten Trainingsschritten aufzubauen.³

Bei Mira macht mir diese Übung besonders viel Spaß, wenn wir daraus ein kleines gemeinsames Spiel machen.

Mal geht es linksherum.

Mal rechtsherum.

Und manchmal schauen wir uns beide kurz an, als müssten wir gemeinsam entscheiden, wohin die Reise gehen soll.

Übung 4: Freiwilliges Anschauen belohnen

Diese Übung ist wunderbar einfach.

Du musst dafür eigentlich nur etwas aufmerksamer sein.

Denn viele Hunde schauen ihre Menschen beim Spaziergang zwischendurch freiwillig an.

Manchmal nur ganz kurz.

Genau das kannst du belohnen.

So funktioniert es:

  1. Gehe mit deinem Hund an lockerer Leine.

  2. Warte, bis er dich von sich aus kurz anschaut.

  3. Bestätige diesen Moment freundlich.

  4. Gib ihm eine kleine Belohnung.

  5. Lass ihn anschließend wieder seine Umgebung erkunden.

Du musst deinen Hund dabei nicht ständig mit seinem Namen ansprechen.

Es geht gerade darum, freiwillige Orientierung zu fördern.

Das Ziel ist nicht, dass dein Hund dich während des gesamten Spaziergangs anstarrt.

Er soll weiterhin seine Umgebung wahrnehmen dürfen.

Aber es ist schön, wenn er zwischendurch von sich aus Kontakt zu dir aufnimmt.

Bei Mira sind diese kleinen Blicke für mich oft besonders wertvoll.

Sie zeigen mir, dass wir auch dann gemeinsam unterwegs sein können, wenn sie gerade einen sehr spannenden Geruch entdeckt hat.

Übung 5: Schnüffeln als Belohnung einsetzen

Diese Übung gehört zu meinen Favoriten.

Denn sie macht sich etwas zunutze, das viele Hunde ohnehin lieben.

Das Schnüffeln.

Stell dir vor, dein Hund möchte unbedingt zu einem Busch.

Statt ihn einfach ziehen zu lassen, wartest du auf eine lockere Leine.

Anschließend gehst du mit ihm zu der interessanten Stelle.

So funktioniert es:

  1. Wähle einen interessanten, aber nicht zu aufregenden Schnüffelplatz.

  2. Bleibe mit etwas Abstand stehen.

  3. Warte, bis dein Hund die Leine lockert.

  4. Bestätige dieses Verhalten.

  5. Gehe gemeinsam mit ihm zum Schnüffelplatz.

  6. Lass ihn dort in Ruhe erkunden.

Die RSPCA beschreibt genau dieses Prinzip: Der Zugang zu etwas Interessantem kann als Belohnung für lockeres Gehen genutzt werden.⁴

Ich mag daran, dass wir nicht ständig mit Leckerlis arbeiten müssen.

Mira bekommt etwas, das sie wirklich möchte.

Und ich bekomme eine entspanntere Leine.

Eine ziemlich vernünftige Vereinbarung, finde ich.

Übung 6: Leinenführigkeit trotz Ablenkung trainieren

Wenn die ersten Übungen in ruhiger Umgebung funktionieren, kannst du langsam neue Herausforderungen hinzufügen.

Aber bitte nicht alles auf einmal.

Ein Hund, der im Garten wunderbar läuft, kann auf einer belebten Straße wieder deutlich mehr Unterstützung brauchen.

So steigerst du die Schwierigkeit:

  1. Übe zunächst an einem vertrauten, ruhigen Ort.

  2. Wechsle zu einem wenig besuchten Weg.

  3. Belohne kurze Abschnitte mit lockerer Leine.

  4. Steigere die Ablenkung langsam.

  5. Halte ausreichend Abstand zu anderen Hunden und spannenden Reizen.

  6. Wenn es nicht klappt, mach die Übung wieder leichter.

Battersea empfiehlt kurze Trainingseinheiten und eine schrittweise Steigerung der Ablenkung.³

Ich finde, das nimmt auch uns Menschen etwas Druck.

Nicht jeder Spaziergang muss perfekt sein.

Manchmal ist die Umgebung schlicht zu aufregend.

Dann gehen wir beim Training einen Schritt zurück.

Und am nächsten Tag versuchen wir es erneut.

Geschirr oder Halsband: Was ist besser, wenn mein Hund stark zieht?

Diese Frage stellen sich viele Hundebesitzer.

Und verständlicherweise, denn niemand möchte, dass der eigene Hund beim Ziehen Schmerzen hat.

Die PDSA empfiehlt bei ziehenden Hunden ein gut sitzendes Geschirr, um den Halsbereich zu schonen.²

Auch die australische RSPCA legt großen Wert auf bequem sitzende, sichere Ausrüstung.⁶

Worauf ich bei einem Hundegeschirr achten würde

  • Es sollte gut sitzen, ohne einzuschneiden.

  • Es darf nicht scheuern.

  • Dein Hund sollte seine Beine und Schultern möglichst frei bewegen können.

  • Das Geschirr muss sicher sitzen, damit dein Hund nicht herausrutschen kann.

  • Die Leine sollte stabil und gut zu handhaben sein.

Für gezieltes Leinenführigkeitstraining empfiehlt Battersea beispielsweise eine normale Führleine von ungefähr 1,2 bis 2 Metern Länge.³

Eine sehr kurze Leine kann das lockere Gehen unnötig erschweren, weil der Hund kaum Bewegungsfreiheit hat.

Eine sehr lange Leine ist dagegen nicht in jeder Alltagssituation praktisch.

Ich finde deshalb wichtig, die Leinenlänge an die Umgebung anzupassen.

Und noch etwas: Auch das beste Geschirr ersetzt kein Training.

Es kann den Spaziergang angenehmer und sicherer machen.

Aber Mira wird nicht plötzlich perfekt an lockerer Leine laufen, nur weil ich ihr ein besonders schönes Geschirr kaufe.

So einfach machen unsere Hunde es uns leider nicht.

Sollte ich eine Flexileine benutzen, wenn mein Hund zieht?

Für das gezielte Training einer lockeren Leine würde ich zunächst eine normale Führleine bevorzugen.

Der Grund ist einfach:

Bei einer ausziehbaren Rollleine entsteht durch den Mechanismus häufig ein leichter, gleichmäßiger Zug.

Das kann die Unterscheidung zwischen lockerer und gespannter Leine für den Hund weniger eindeutig machen.

Außerdem lassen sich plötzliche Bewegungen in belebten Bereichen mit einer sehr langen ausgezogenen Leine schwieriger kontrollieren.

Eine Rollleine ist nicht in jeder Situation grundsätzlich ungeeignet. Für den systematischen Aufbau der Leinenführigkeit ist eine gut handhabbare, feste Leine aber meist unkomplizierter.

Und bei Mira habe ich festgestellt, dass unkompliziertes Training oft das angenehmste Training ist.

Ein Trainingsplan für die erste Woche

Wenn dein Hund stark zieht, würde ich nicht versuchen, sofort den gesamten Spaziergang umzustellen.

Beginne lieber mit kurzen, überschaubaren Einheiten.

Fünf bis zehn Minuten gezieltes Training können für den Anfang vollkommen ausreichen. Diese Zeitangabe ist ein praktischer Richtwert, keine starre Vorgabe.

Hier ein möglicher Einstieg:

TagTrainingZiel1Lockere Leine im Wohnzimmer oder Garten belohnenGrundprinzip verstehen2Zwei bis fünf Schritte gemeinsam gehenErste erfolgreiche Bewegungen3Ruhiges Anhalten bei gespannter LeineZiehen führt nicht automatisch weiter4Freundliche RichtungswechselOrientierung verbessern5Freiwilliges Anschauen belohnenKontakt zum Menschen fördern6Schnüffeln als Belohnung nutzenLockere Leine lohnt sich7Übungen an einem ruhigen Außenort verbindenGelerntes übertragen

Wichtig ist mir dabei: Das ist kein Sieben-Tage-Versprechen.

Es geht darum, einen guten Einstieg zu finden.

Wenn dein Hund für eine Übung mehrere Tage oder Wochen benötigt, ist das völlig in Ordnung.

Die Tierschutzorganisationen betonen übereinstimmend, dass Leinenführigkeit Zeit und konsequentes Training braucht.¹ ² ³

Bei Mira möchte ich lieber langsam und mit Freude üben, als aus jedem Spaziergang eine Prüfung zu machen.

Die 5 häufigsten Fehler beim Leinenführigkeitstraining

Es gibt ein paar Dinge, die unsere Fortschritte unnötig erschweren können.

Und mindestens einen dieser Fehler habe ich selbst schon gemacht.

Fehler 1: An der Leine zurückruckeln

Ein kräftiger Leinenruck mag den Hund kurzfristig unterbrechen.

Er erklärt ihm aber nicht, wie er stattdessen laufen soll.

Außerdem können schmerzhafte oder einschüchternde Methoden das Wohlbefinden des Hundes beeinträchtigen.

Die American Veterinary Society of Animal Behavior empfiehlt belohnungsbasiertes Training und spricht sich ausdrücklich gegen Leinenkorrekturen und andere aversive Trainingsmethoden aus.⁷

Fehler 2: Immer erst belohnen, wenn der Hund schon gezogen hat

Wenn wir ausschließlich dann aufmerksam werden, wenn die Leine gespannt ist, übersehen wir viele gute Momente.

Belohne lieber regelmäßig das Verhalten, das du öfter sehen möchtest.

Also das entspannte Mitgehen mit lockerer Leine.

Fehler 3: Zu schwierige Trainingsorte wählen

Ein voller Hundepark ist kein idealer Ausgangspunkt, wenn dein Hund zu Hause gerade erst die Grundlagen gelernt hat.

Beginne leichter.

Steigere die Ablenkung langsam.

Fehler 4: Jeden Spaziergang zum Training machen

Natürlich ist Konsequenz wichtig.

Aber Hunde brauchen auch Zeit zum Erkunden und Schnüffeln.

Plane deshalb bewusst Abschnitte ein, in denen dein Hund sich innerhalb eines sicheren Rahmens frei bewegen darf.

Fehler 5: Zu schnell aufgeben

Leinenführigkeit kann ziemlich viel Geduld erfordern.

Gerade wenn dein Hund über längere Zeit gelernt hat, dass Ziehen funktioniert.

Ich finde, dabei hilft es, nicht nur auf die noch schwierigen Momente zu schauen.

Vielleicht klappt der Weg bis zum nächsten Baum inzwischen wunderbar.

Vielleicht dreht dein Hund sich häufiger freiwillig zu dir um.

Oder die Leine hängt für zehn Schritte locker durch.

Das sind Fortschritte.

Und die dürfen wir ruhig feiern.

Mein Hund zieht trotz Training weiter – was kann ich tun?

Wenn du regelmäßig trainierst und dein Hund trotzdem stark zieht, lohnt es sich, noch einmal genauer auf die Ursache zu schauen.

Vielleicht ist die Umgebung zu schwierig.

Vielleicht passt die gewählte Belohnung nicht.

Oder dein Hund hat in bestimmten Situationen Angst, ist frustriert oder sehr aufgeregt.

Manchmal hilft auch eine kleine Veränderung im Training.

Weniger Ablenkung.

Kürzere Einheiten.

Häufigere Belohnungen.

Mehr Gelegenheit zum Schnüffeln.

Wenn dein Hund bei anderen Hunden oder Menschen stark in die Leine springt, bellt oder droht, solltest du das nicht allein als gewöhnliches Leinenziehen betrachten.

Dann können andere Trainingsansätze notwendig sein.

Dogs Trust weist darauf hin, dass beispielsweise Frust oder Angst hinter problematischem Verhalten an der Leine stecken können.⁵

Ein qualifizierter Hundetrainer, der belohnungsbasiert arbeitet, kann dir helfen, das Verhalten richtig einzuordnen.

Auch eine tierärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn das Ziehen plötzlich auftritt oder dein Hund Schmerzen beziehungsweise auffällige Bewegungen zeigt.

Häufige Fragen zum Leinenziehen

Warum zieht mein Hund ständig an der Leine?

Häufig möchte er schneller zu interessanten Gerüchen, Menschen oder anderen Hunden gelangen. Oft hat er außerdem gelernt, dass Ziehen tatsächlich zum Erfolg führt. Auch Aufregung, Angst oder fehlendes Training können eine Rolle spielen.

Wie gewöhne ich meinem Hund das Ziehen an der Leine ab?

Beginne an einem ruhigen Ort und belohne das Gehen mit lockerer Leine. Bleibe stehen, sobald die Leine spannt, und gehe erst weiter, wenn sie wieder locker ist. Wichtig sind kurze Trainingseinheiten, passende Belohnungen und Geduld.

Warum zieht mein Hund am Anfang des Spaziergangs besonders stark?

Vielleicht ist er sehr aufgeregt und möchte möglichst schnell hinaus. Ein ruhiger Start, passende Ausrüstung und kleine Übungen direkt vor der Haustür können helfen.

Warum zieht mein Hund nur bei anderen Hunden?

Möglicherweise möchte er Kontakt aufnehmen, ist frustriert oder fühlt sich unsicher. Je nach Ursache kann mehr Abstand und gezieltes Training helfen. Bei starken Reaktionen ist professionelle Unterstützung sinnvoll.

Ist ein Geschirr besser als ein Halsband?

Bei Hunden, die stark ziehen, kann ein gut sitzendes Geschirr helfen, den Druck auf den Halsbereich zu reduzieren. Entscheidend sind ein angenehmer Sitz, ausreichende Bewegungsfreiheit und ein passender Trainingsaufbau.

Wie lange dauert es, bis mein Hund an lockerer Leine läuft?

Das hängt vom Hund, seinen Vorerfahrungen und der Trainingssituation ab. Erste Fortschritte können relativ schnell sichtbar werden, während ein zuverlässiges Verhalten in verschiedenen Umgebungen deutlich länger dauern kann.

Kann ein älterer Hund noch Leinenführigkeit lernen?

Ja. Auch erwachsene und ältere Hunde können neue Verhaltensweisen lernen. Bei Hunden, die lange gezogen haben, braucht es möglicherweise besonders viel Geduld. Körperliche Einschränkungen sollten beim Training berücksichtigt werden.

Soll mein Hund immer direkt neben mir laufen?

Nein. Für einen entspannten Alltagsspaziergang muss dein Hund nicht dauerhaft direkt an deinem Bein gehen. Entscheidend ist, dass die Leine locker bleibt und ihr euch sicher gemeinsam bewegen könnt.

Warum zieht mein Hund mit Geschirr noch stärker?

Ein Geschirr bringt einem Hund nicht automatisch bei, locker zu laufen. Wenn Ziehen weiterhin zum Erfolg führt, kann das Verhalten bestehen bleiben. Das Geschirr dient vor allem dem Komfort und der Sicherheit; Leinenführigkeit muss trotzdem trainiert werden.

Was mache ich, wenn mein Hund so stark zieht, dass ich ihn kaum halten kann?

Sorge zunächst für eine sichere Führung. Wähle ruhigere Wege, reduziere schwierige Auslöser und überprüfe die Ausrüstung. Wenn du deinen Hund körperlich nicht sicher halten kannst, solltest du dir zeitnah fachliche Unterstützung holen und riskante Situationen vermeiden.

Mein Fazit: Ein guter Spaziergang ist Teamarbeit

Seit ich mich intensiver mit dem Thema Leinenführigkeit beschäftigt habe, denke ich bei unseren Spaziergängen etwas anders.

Früher habe ich mich manchmal gefragt, warum Mira nicht einfach ein bisschen langsamer laufen kann.

Warum sie ausgerechnet zu diesem Busch möchte.

Oder warum der Weg bis zur nächsten Ecke manchmal länger dauert als eine gemütliche Kaffeepause.

Inzwischen versuche ich, die Situation auch aus ihrer Perspektive zu betrachten.

Für mich ist ein Spaziergang oft eine vertraute Runde.

Für Mira ist es jedes Mal eine neue Geschichte.

Da gibt es Gerüche, die ich nicht wahrnehme.

Spuren, die ich nicht lesen kann.

Und kleine Entdeckungen, die mir vermutlich für immer verborgen bleiben werden.

Natürlich bedeutet das nicht, dass sie mich kreuz und quer durch die Gegend ziehen darf.

Aber ich möchte auch nicht, dass Mira das Gefühl hat, sie müsse draußen ständig nur funktionieren.

Wir dürfen beide etwas vom Spaziergang haben.

Ich wünsche mir eine lockere Leine.

Mira möchte schnüffeln, erkunden und ab und zu ein bisschen länger bei einer besonders interessanten Stelle bleiben.

Und irgendwo dazwischen liegt für mich die schönste Lösung.

Ein gemeinsamer Spaziergang, bei dem wir aufeinander achten.

Manchmal funktioniert das schon wunderbar.

Manchmal bleiben wir fünfmal auf zehn Metern stehen.

Und manchmal schaut Mira mich an, als wollte sie fragen, warum ich heute schon wieder so langsam unterwegs bin.

Dann muss ich lachen.

Denn vielleicht trainieren wir tatsächlich beide ein bisschen.

Mira lernt, entspannter an der Leine zu gehen.

Und ich lerne, geduldiger zu werden.

Jetzt bin ich neugierig: Zieht dein Hund auch gern an der Leine? Besonders am Anfang des Spaziergangs, bei anderen Hunden oder wenn er einen spannenden Geruch entdeckt?

Erzähl mir gerne in den Kommentaren davon. Vielleicht hast du ja auch eine kleine Übung gefunden, die bei euch besonders gut funktioniert.

Alles Liebe

Susanne & Mira
Schnauzenliebe.com